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Die Tore der Festung Europas sind 2020 bis auf wenige Schlupflöcher fest verschlossen. Nur an wenigen Orten schaffen es Flüchtende, die Grenzen zu überwinden. Einer ist die griechische Ägäisinsel Lesbos, die sich zu einem Brennpunkt der östlichen Mittelmeerroute entwickelt hat. Auf der Insel befindet sich mittlerweile das größte Lager für Geflüchtete Europas. Immer wieder kommt es vor Ort zu Konflikten. Ende Februar 2020 wenden sich Teile der Inselbevölkerung gegen die Geflüchteten. Mit unserer Multimedia-Rrportage wagen Raphael Knipping und ich, den Versuch einer Momentaufnahme.

Moria ist mittlerweile niedergebrannt. Die meisten Menschen wurden auf einen ehemaligen Schießplatz direkt an der Küste umgesiedelt. Im Sommer brennt die Sonne auf sie herab, im Winter fegt der eiskalte Wind vom Meer. Im Jahr 2021 kehren wir zurück, um für „taz – die tageszeitung“ eine Reportage über die Situation auf der Insel zu schreiben. Bis 2023 sollte das neu geplante und von der Europäischen Union finanzierte „Closed-Control Access Center“ auf der Insel fertiggestellt sein. Tausende von Geflüchteten leben immer noch in dem behelfsmäßigen Lager Mavrovouni. Auf der Baustelle, die mitten auf der Insel direkt neben einer Müllkippe liegt, nimmt eine dystopische Zukunft Gestalt an. Gleichzeitig finden sich an verschiedenen Orten der Insel die Überreste sogenannter Pushbacks. Kopien von Pässen und Medikamente, die im Wald verstreut sind, sind die Spuren der Gräueltaten, die von den so genannten „maskierten Männern“ begangen werden.

Bis heute ist das neue Lager zwar fertiggestellt, aber nie in Betrieb genommen worden. Es kommt weiterhin zu Toten, Verletzten und die Ägäis ist weiterhin eines der so gennanten irregulären Tore nach Europa.

  • Rolle — Ko-Autor, Ko-Kameramann, Ko-Produzent
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